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  • Neues Jahr, neue Möbel, neue Ordnung!

    Versonnen schaute sie aus dem Fenster. Das neue Jahr hatte begonnen und irgendetwas musste geschehen. Die Streitigkeiten mit ihrem Ex, die derben Kommentare ihrer Mutter und das chaosartige Zimmer von Jonas, ließen Julia manchmal verzweifeln. Irgendwo hatte sie gehört, dass es die kleinen Dinge waren, die es zu verändern galt und im Großen zufrieden sein zu können. Ganz sicher, bevor sie den anderen die Meinung sagen würde, wäre das Zimmer ihres Sohnes, die vorerst einfachste Variante.

     
  • Das Glück im Unglück finden- auf neuen Polstermöbeln ...

    Da stand ich nun. Die Wohnung sah aus wie ein Schlachtfeld. Ein Wasserrohrbruch hatte mein ganzes Wohnzimmer unter Wasser gesetzt, die Möbel waren unbrauchbar und zu allem Überfluss hatte ich mir auch noch ein Bein gebrochen, als ich auf dem nassen Boden ausgerutscht war. Solche Tage sind wohl die schwärzesten im Leben, denn man merkt mal wieder, dass ein Unglück selten alleine kommt.

     
  • Hoffnung

    Wenn ich durch das Dunkel taste,
    was ich fühle, zu erfassen,
    was ich ahne, zu ergreifen,
    rauscht meinem Ohr ein Ozean,
    Die leichte Schwinge nur schlägt
    aus den trächtigen Wassern
    dem flüchtigen Geist,
    den Umkreis zu erhellen.

    Die Nacht braucht das Licht,
    sich zu erkennen.
    Das Licht durchfährt die Finsternis,
    der Zeugung nächtigen Schoß
    dem Leben aufzusprengen.

     
  • Schöne Augen-Eine schaurige Liebesgeschichte

    Rene nahm das große Bild seiner Braut von der Wand und küsste vorsichtig ihre schönen Augen. Erst das eine, dann das andere. "Miriam", flüsterte er und wischte mit dem Handrücken über sein winziges Bärtchen. Dann ging er in das Schlachthaus der Fleischerei seines Vaters, nahm den Plastikbeutel und klatschte einige Stücke blutige Rinderlunge, stachligen Pansen und knorplige Schlünde hinein. Er schlenkerte die Hand, dass der rote Saft die weißen Kacheln besprühte.

     
  • Etwas Besonderes

    Eines Tages dachte ich,
    ich sei etwas Besonderes;
    anders als die anderen,
    zumindest als die meisten.
    Wohltuend hob ich mich
    von der Masse ab.

    Schon mein Äußeres
    verriet den besonderen Charakter
    und verhüllte meine Persönlichkeit.
    Meine Gestik und Mimik
    waren einzigartig:
    immerhin hatte ich sie
    von einzigartigen Leuten gelernt.
    Allein mein Tanzstil
    zeigte den anderen,
    dass sie die Einmaligkeit schauen durften.

     
  • Alles bei Roller! - ein Erlebnisbericht ...

    Eine kleine, lustige Geschichte über einen ungewöhnlichen Tag, zusammen mit meiner Frau in den Möbeldiscountern unserer Stadt und Nachbarstädte ...

    Es war ein gewöhnlicher Tag, in einer gewöhnlichen Woche, als wir uns auf den Weg gemacht hatten, ein paar neue Regale für das Schlafzimmer zu besorgen. Dass diese weniger große Aufgabe zum Tageszeit fressenden Mamut-Projekt werden würde, konnte ich mir am Morgen, als ich die Tour mit meiner Frau startete noch nicht ausmalen.

     
  • Die konsequente Entscheidung zur dauerhaften Haarentferung

    Vor circa zweieinhalb Jahren fielen mir Stück für Stück immer mehr Haare aus. Ich war Vorstandsmitglied einer großen Firma, d.h tägliche Höchstbelastungen und unaushaltbaren Streß. In dem selben Jahr, wo meine Haare anfingen auszufallen, starben meine Eltern bei einem Autounfall, nach dieser Tragödie konnte ich mir im Job keine Auszeit erlauben, denn im Moment war die Firma in der Krise und hätte ich erst mal Urlaub gemacht, wäre die Firma komplett den Bach herunter gegangen. Als ich damals in die Ausbildung begann war mein Haar sehr dicht und auch sehr fein.

     
  • Meine Exfrau, der Laden für Bettauflagen und Ich

    Meine Frau und ich waren schon seit einigen Jahren zusammen und verheiratet. Irgendwann hatte sich einfach der Alltag eingeschlichen. Wir lebten zwar zusammen, nahmen aber einander selten richtig war. Als ich nun eines Tages von meiner langen, anstrengenden Schicht nach Hause kam, war alles so seltsam still. Zwar war es auch leise, wenn meine Frau daheim war, aber an diesem Tag hatte es so eine seltsame Mordsstille. Mit einem unguten Gefühl im Magen stellte ich unsere Wohnung auf den Kopf, um letztendlich im Schlafzimmer einen Schock zu erleiden. Unsere Matratze samt meiner Frau war weg!

     
  • Aus meinen Ohren

    Wie ein fernes Leuchtfeuer blinkt die Ampel von der anderen Straßenseite. Rot - Gelb - Grün: Menschen dürfen gehen, Autos warten. Ewige Wiederkehr: rot - gelb - grün: Menschen stehen am Bordstein, Autos starten; ihre Scheinwerferaugen rollen über den Asphalt, tasten sich in die Nacht.

    Grün - Gelb - Rot - Nein. Die Signale vom anderen Ufer dulden keinen Widerspruch. Wer nicht gehorcht, der geht unter, versinkt in diesem dunklen Asphaltmeer, in den harten Wogen zwischen den blinkenden Ufern.        

     
  • Später Sommertag

    September. Dem Kalender nach regiert immer noch der Sommer. Doch ist es nicht zu übersehen, die Tage sind kürzer geworden, die Morgensonne scheint später durch unser Fenster, ihre Leuchtkraft verblasst bereits am späten Nachmittag, und ihr Abschied vollzieht sich plötzlich in einem feinen, schleierhaften Dunst, fast wehmütig.