Frau Einsamkeit

Frau Einsamkeit steht vor der Tür,
Sucht Eintritt in mein Haus;
Ich weiß ja, was sie treiben will,
Sie denkt an einen Schmaus.

Wenn sie einen fest ergreift,
Ist es um ihn geschehen;
Deswegen ist es meine Pflicht,
Der Dame zu entgehen.

Im Innern weiß ich ganz bestimmt,
Kein Kampf wird mir gelingen;
Doch muss ich stark mich wehren nun
Und ihr die Macht abringen.

Ach, Siehe da! es ist zu spät,
Sie ist hineingekrochen;
Die Schwelle war nicht dicht genug -
Ich seh' mich fast gebrochen!

Die Keime gehen schon ans Werk,
Ich sitz' und kann kaum reden;
Sie steht und grinselt sauersüß,
Ich sehe uns jetzt fehden.

Ich fühle meine Lebenslust
Allmählich von mir fliegen;
Es frisst mir schon in dem Gedärm;
Ich weiß, ich kann nicht siegen.

Vor allem: nur nicht zaghaft sein:
Sie schmeißt uns an die Wände.
Ich mussbetonen: fasset euch!
Man spürt es in der Lende!

 

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Bild des Benutzers Anja

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