Der Frosch und die Nachtigall
- Blog von Anja
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Ein Frosch saß einst auf einem Mümmelblatt,
gelangweilt klappend mit breitem Maul;
sein Kehlkopf quakte: Natt, natt, natt natt, natt,
die großen Augen blickten dumm und faul.
Die Nachtigall sang in dem Erlenstrauch,
so schön, wie eine Nachtigall je sang;
der Frosch bläht aufgeregt den dicken Bauch
und horcht verächtlich auf den süßen Klang
und sprach: Was ist das für ein Brauch?
Nennt sich solch Singsang etwa auch Kultur?
Sentimentalität, sonst keine Spur
von Kunst; hör mich: Quack, quack, kannst du das auch?
Ein Uhu, der auf einem Baume saß, sprach:
Ja, die Welt ist radikal verdummt.
Das platte siegt, die Kunst ward ihm zum Fraß.
Eintönig wird die Welt auch der Kultur,
und die Materie siegt, wie sich erweist,
was einmal Kunst ist heute nur Dressur,
und leider keine Spur von einem Geits!










