Kindergedichte

Bild für Kindergedichte

Hier findest Du Kindergedichte, die den Ansprüchen der kleinen Leser und Dichter gewachsen sind.

Kindergedichte erzählen Geschichten oftmals in Form von Texten über Pflanzen und Tiere. Dabei haben Kindergedichte häufig einen tieferen Sinn, der den Kindern beim Hören und Lesen Dinge vom Leben erzählt, die ihnen auf diese Weise - in kindlicher Form - näher gebracht werden sollen. Kindergedichte sind auch heute noch sehr beliebt bei Groß und Klein und dürfen auf keinem Kinderfest, in keiner Adventszeit und bei keiner Schulveranstaltung fehlen. Wir wünschen Dir viel Spaß beim lesen!

Wenn Du auch Kindergedichte schreibst, kannst Du sie gern über einen eigenen Blogbeitrag bei uns einstellen. Lege dazu einfach einen Account an und werde Teil der Gedichtesammler.

Kindergedichte, die den Ansprüchen kleiner und großer Leser gewachsen sind

Das Kätzchen, das sich verlaufen hatte

Dort an der Mauer saß ein Kätzchen,
es sah mich traurig flehend an -
dann bat es mich und hob sein Tätzchen:
"Hab' Mitleid mit mir, guter Mann!
Ich tummelte mich lange umher
und tollt mich tüchtig aus
im wilden Spiele kreuz und quer
und find' nun nicht nach Haus!"
Als ich's so bebend vor mir sah,
verirret, hungernd und auch frierend,
da war's, als fühl't ich ebenda
die Not, am eig'nen Körper spürend.
Mich jammerte das arme Tier,
das mich zum Retter ausersah;
so hob ich's denn empor zu mir,
damit kein Unheil ihm mehr nah. -
Ich trug es dann zu mir nach Haus
und pflegt' es lang und gut;
zum Lohn fing es mir manche Maus -
aus Dankbarkeit und Übermut.

von Miriam Stutz

Der Tropfen

Am Brückenpfeiler hing
ein wunderschöner Tropfen,
sehr schön, doch ziemlich dumm.
Als ich vorüberging
wollt ich am Pfeiler klopfen,
da bracht' den kleinen Tropfen
die Angst beinahe um.
Er hatte Furcht zu fallen,
und Furcht auch vor dem Meer
und vor den fremden Tropfen,
wusst' nicht, da kommt er her.
Als es dann an der Zeit war,
musste er doch zurück
und wurde eins mit allem,
es floss dahin das Glück.

von Miriam Stutz

Versalzenes Meer

Als Kind hab' ich oft nachgedacht,
warum das Meer so salzig sei,
hab' viel Gedanken mir gemacht,
erwog so mancherlei,
bis plötzlich mir ein Licht aufging:
In dem Gedanken-Netz verfing
ein Hering sich - ein kleiner Wicht.
Es wurden mehr und mehr sodann -
ein unendlich großes Heer,
in Schwärmen schwärmte es heran -
doch das nur nebenher. -
Die schwammen hin und schwammen her
mit ihrem Salzgehalt,
versalzten so das ganze Meer -
und narrten jung und alt.

von Josef Brunn

Der Zauberstrauß

Geschenkt bekam ich einen Blumenstrauß,
ich freute mich, und schmückte mir damit mein Haus -
Die Blumen waren weiß, am Rande rosenrot -
In einem edlem Becher, wie es sich gebot
sahn sie wie Zauberblumen aus -
ich freute mich und Licht war in dem Haus.

von Miriam Stutz

Die alte Eiche

Mich dürstet sehr, gar trocken meine Kehle
nach einem Tropfen Harz, so sprach der Baum.
Mir ist, als ob das Herz in meinem Stamme fehle,
noch schlägt es leis', man hört es kaum.

Ich bin so traurig, ach ich möchte weinen,
um meine harte Kruste bin ich schon beraubt.
400 Jahr steh' ich nun auf den Beinen
und habe stets dem Sinn des Lebens nur geglaubt.

Die Sinne werden mir ganz langsam schwinden,
mit ihnen geht dahin mein letzter Traum.
Wird man mich eines Tages wiederfinden,
dann bin ich nicht mehr, was ich war - ein Baum.

von Torsten Bachmann

Ein Blümelein

Am Waldrand steht ein Blümelein
das senkt das welke Köpfchen fein
vergrämt zur Erde nieder.
Da kommt besorgt der Sonnenschein
und streichelt ihm die Wängelein
und sieh - da blüht es wieder!

von Jürgen Krahn

Weitere schöne Kindergedichte für Dich

Der Schlummerbaum

Durch den großen Schlummerbaum
will der Wind im Tanz verwehen
an den Ästen hängt mein Wort

Spinnen lassen Seidenfäden
über ihre Finger gleiten
bis die Spulen sich umdrehen

Aus dem großen Schlummerbaum
dringt die Stimme die mich rief
flüstert sich die Nebelstunden

wartet Schlaf aus Tiefen tief

von Karin Böckel

Geliebtes Kind

Geliebtes Kind, nun bist du da!
So klein, so zart und fein.
Ich halt' dich fest,
Herz pocht an Herz.
Sag, was kann schöner sein?

Geliebtes Kind, ein Engel noch.
Ach, mögst du's immer sein!
Was auch geschieht:
Schau himmelwärts;
bleib gut und treu und rein!

von Karin Böckel

Das Frühjahr lacht

Eins, zwei, drei,
der Winter ist vorbei.
Hat nach langen Wochen
sich betrübt verkrochen.
Über Berg und über Tal
ist er fort mit einem Mal -
keinen hat's gereut,
jeder ist erfreut.

Eins, zwei, drei,
die Sonne kommt herbei,
wärmt die liebe Erden
und lässt keimend werden
Blumen, Gräser ohne Zahl,
erst am Berge, dann im Tal -
und was grau erschien
wird nun wieder grün

von Sindy Dorn

Kinder kommen - Kinder gehen

Kinder kommen,
Kinder gehen -
immer wieder
gehen sie -
dass sie gingen,
wuchs zu einer
Melodie,
die das Leben
überblühte,
die das Lächeln
im Gemüte,
uber Tränen
trumpfen ließ ...

von Thomas Stein

Kinderlied für ein Mädchen

Ein kleiner Hoffnungsluftballon
flog einem süßen Kind davon.
(Das war vor ein paar Jahren).

Jetzt hängt er da in einem Strauch.
Bist du ein bisschen älter auch
- inzwischen - und erfahren:

Es ist der gleiche Luftballon.
Du pflückst ihn aus dem Strauß als Lohn
für hoffnungsbanges Warten.

Er machte deine Träume wahr.
Er überflog dein Wartejahr
und landet sanft im Garten.

von Josef Khan

Unsere Tipps auf amazon.de: 
Image of Der Tintenschnüffler und die Weltenweber
Autor: Iris Deitermann
Publisher: Sperling-Verlag (2012)
Binding: Broschiert, 220 pages
Image of Reime und Gedichte für Kinder
Autor: Doris Oppenhauer
Publisher: Compact (2010)
Binding: Broschiert, 144 pages