Natur
Die Natur hat so viele Gesichter, die sich in den unterschiedlichsten Naturgedichten zeigen. Alles, was uns umgibt, ist Natur und die Naturgedichte, die hier vorgestellt werden, sollen davon erzählen. Hier findest Du Gedichte aus der Natur, die zum Teil für Kinder und zum Teil für Erwachsene geeignet sind ... viel Freude daran!
Sumpfdotterblumen
Unten im Grund
ist die Sonne gewesen,
hat ihr Gold
all verstreut
auf die grünende Au.
Hei, das funkelt
und gleißt
und mein Korb
läuft schon über!
Komm, Ranunkel,
du Schöne,
lass zum Kranze
dich fügen,
den Sonnengeschwistern
ich dem Mütterlein wand!
von Ilse Stangendorf
Eile, weile, Meilenstein
Watscheln drei Entlein
die Straße entlang,
schnattern so fröhlich:
"Vor nichts ist uns bang"
Plötzlich schaut Bello
zur Hütte heraus -
da nehmen die Entlein
kopfüber reißaus!
von Doris Kleber
Sonnenkringel
Das laub
ist dicht und grün
im kalten schatten
blühn
kleine rosen
im schatten drehn
sich goldne sonnenkringel
drehn
sich und vergehn
kleine goldne flecken
die sich necken
die sich haschen
die wollen wir
überraschen
und pflücken
zu zweit
und küssen in grüner
einsamkeit.
von Carsten Litzdorf
ERWACHEN DER NATUR
Lindgrün der Blick
verhangen noch
vom gerafften Wolkensaum
träge Sonnengärten
hängen ins Land
Lidwund der Zaun
geweitet schon
dem geschlitzten
Himmelbett
flinke Gartenzwerge
sickern ins Licht.
von Susann Steinwengler
Zwischen Natur
und dem Blütenschimmer
der Kirschbäume
Ein letztes
stummes
Lied
Verwundend
Ein Dorn im Abgrund
von Dorothea Stein
Lukull und die Küchenfee
Bohnenkraut
Dill und Majoran
Estragon und Lavendel
wuchern Sommerträume
auf das Orakelbeet
Wildduft lockt im
dunklen Regen
die Küchenfee
zum Gartenfrieden
Schnittbereit
tastet sie
graugrüne Triebe
im Freudentaumel
künftiger Speisen
Und Lukull lächelt
schon im Vorgeschmack
patenhaft
als Herdgespenst.
von Lorenz Werdkamp
Gärten
In kahlen Gärten
sind Lauluft, Duft und Farben
nur Erinnerung.
Über Graugärten
verwelkte Regentücher.
Die Zukunft versteckt.
Ermattetes Licht
gießt sich über Gärten,
frierend und wartend.
Im Lebensgarten
suche ich den geraden Weg,
der uns bestimmt ist.
Unkraut überwuchert ihn,
wenn man Seitenwege sucht.
von Max Schlemke
Einen Augenblick lang
Einen Augenblick lang stille sein,
einen Augenblick lang eins
mit Wiesen, Blumen und Wäldern,
mit Fenstern und Mauern,
mit Himmel und Erde, Natur,
gestern und heute
mit Freunden und Feinden,
mit den Fröhlichen
und den Trauigen.
Mit der Natur in uns
und mit der Natur außer uns.
Einen Augenblick lang,
jeden Tag
ein gutes Wort
verstehen,
hören,
sprechen,
weitergeben.
Einen Augenblick lang.
Eine Ewigkeit lang.
von Miriam Stark Kleinsdorf
Gebet der Natur
Nebel schweben
über den feldern
Wiesen glitzern
silbern im Licht
Stille im Winkel
hinter dem Giebel.
Graue Berge
Wächter am See
erwarten
rosenrote
Morgensonne.
Sie weckt das
schlafende Land
zum Leben
im goldnen Tag.
von Dorothea Stein










